Roboter und KI im Bauwesen – Interview mit Reto Largo (Empa, NEST)

Interview mit Reto Largo, Empa

Reto Largo ist Managing Director Empa und NEST und Referent beim Schweizer Planertag. In seiner Keynote beim Planertag wird er über das Thema „Die Revolution der Roboter und künstlichen Intelligenz im Bau“ sprechen. Im Vorfeld der Veranstaltung stand er uns für ein Interview zur Verfügung und gab uns einen kleinen Einblick in seine Ansichten zur Thematik KI und Roboter in der Bau- und Gebäudebranche.

Prognostizieren Sie eine friedliche Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine?

Im Moment noch ganz klar ja. Wir Menschen programmieren die Maschinen zu unserem Zwecke. Militärische Anwendungen blende ich hier bewusst aus. Aber der Zeitpunkt der sogenannten Singularität kommt in der Zukunft, das ist der Zeitpunkt wenn die künstliche Intelligenz etwas erschafft, das wir uns nicht mehr vorstellen können oder wenn die menschliche Denkkapazität überschritten wird. Je nach Quelle wird dies zwischen 2035 und 2045 der Fall sein. Also wenn Maschinen Maschinen programmieren und bauen, was dann?

Wie wird die Aufgabe des Menschen aussehen, wenn der Roboter die Ausführung übernimmt? Wird der Mensch überhaupt noch gebraucht?

Eine WEF-Studie sagt voraus, dass bis 2025 mehr Tätigkeiten von Robotern als von Menschen durchgeführt werden. Es werden Jobs verloren gehen, aber unterm Strich werden sehr viel neue Jobs geschaffen. Diese neuen Jobs brauchen andere Kompetenzen als die alten Jobs. Wie bei jeder industriellen Revolution bis jetzt, werden mehr Jobs geschaffen, aber es gibt klare Verlierer und Gewinner. Dies kann und wird zu sozialen Unruhen führen. Darwinistisch müssen wir in unserer Volks- und Privatwirtschaft sicherstellen, dass wir auf der Gewinner-Seite sehen. Dazu müssen nicht nur digitale Kompetenzen, sondern auch Soft-Skills für eine verbesserte Zusammenarbeit aufgebaut werden. Ein schlechter Prozess der 1:1 digitalisiert wird, bleibt ein schlechter digitaler Prozess. Wir müssen lernen, besser miteinander zu arbeiten und daraus einen Mehrwert zu generieren.

Verlieren wir mit dem Automatisieren von Prozessen unsere Individualität in unseren Projekten?

Das glaube ich nicht, im Gegenteil. Durch die Automatisierung haben wir mehr Zeit, uns um die wesentlichen Dinge zu kümmern.

 

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