Frischwarmwassertechnologie – Interview mit Christoph Ernst (Taconova)

Interview mit Christoph Ernst (Taconova)

Christoph Ernst ist Planerberater bei der Taconova Group AG und Referent beim Warmwasserforum im Rahmen des Schweizer Planertags. In seiner Keynote beim Planertag wird er über die Planung und Auslegung von Frischwarmwassertechnologie in der Praxis sprechen. Im Vorfeld der Veranstaltung stand er uns für ein Interview zur Verfügung und gab uns einen Überblick über die Vorteile der Frischwarmwassertechnologie.

Wo sehen Sie die Einsatzmöglichkeiten der Frischwarmwassertechnologie und welche Vorteile hat sie gegenüber anderen Technologien?

In modernen Bauten mit unterschiedlichen Bezugsgrössen wird heutzutage eine einwandfreie Trinkwarmwasserhygiene bei einer qualitativ hochwertigen Leitungsinstallation vorausgesetzt. Bedingt durch die Tatsache, dass bei einer Frischwarmwasserstation das Warmwasser mit einer Solltemperatur von ca. 60°C und einer Zirkulation von 55°C betrieben werden kann, erhalten die Legionellen praktisch keine Zeit sich zu entwickeln und dies bei viel kleinerem Anlageinhalt. Systembedingt erfolgt die Bevorratung in einem Wasser-Wärmespeicher, also heizungsseitig im Betriebswasser, gemäss SIA 384. Das hat zur Folge, dass der Anlageninhalt auf der Trinkwasserseite kleiner ausfällt, somit reduziert sich die Verschmutzung und folglich die Gesundheitsgefährdung deutlich. Das Lebensmittel Trinkwasser wird dadurch nicht als Energiespeicher genutzt, was ein grosser Vorteil dieser Technologie ist. Aus meiner Sicht gibt es keine Gründe, Frischwarmwassertechnologie nicht einzusetzen.

Welche Arten der Wärmeerzeugung eignen sich besonders für die Technologie?

Grundsätzlich eignen sich alle Wärmeerzeuger für die Frischwarmwassertechnologie. Unter der Voraussetzung einer korrekt ausgelegten Anlage, bei der Systemtemperaturen, Speichergrösse, Kesselleistung, Dimensionierung sowie Entnahmeleistung der Frischwarmwasserstation stimmen, ist diese Technologie absolut zukunftsgerichtet.
Bei einem Einsatz von Sole-, Wasser-Wasser-, und Luft-Wasser-Wärmepumpen sind die Temperaturen gemäss SIA 385 einzuhalten. Stimmen alle Komponenten, erhält der Betreiber eine bedienerfreundliche, hygienische und energetisch sinnvolle Trinkwarmwasseraufbereitung.

Ist die Frischwarmwassertechnologie im Aspekt der Hygiene überlegen?

Aufgrund der Tatsache, dass das Trinkwasservolumen kleiner ausfällt und die Erwärmung erst bei der Zapfung stattfindet, kann man das mit einem klaren JA beantworten.
Nicht umsonst setzen Hygiene-Ingenieure in der Chemie, Sportstätten und Produktion von Lebensmittelbetrieben etc. vermehrt Frischwarmwasserstationen ein. Die Verweilzeit des Trinkwarmwassers wird gegenüber herkömmlichen Systemen deutlich reduziert und dient klar einer besseren Hygiene.

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