Disruptive Veränderungen in der Bau- und Immobilienwirtschaft

Rony RiedoRony Riedo, BELIMO Automation AG

Die technologischen Entwicklungen und mit welcher Geschwindigkeit diese voranschreiten, haben mich tief beeindruckt. Ein Beispiel von Martin Fischer: Die konventionelle Berechnung der Dachkonstruktion für ein Fussballstadion betrug pro Variante vier Stunden. Mit einem vernetzten Tool waren es gerade drei Sekunden pro Variante. In diesem Beispiel konnten anstelle von 39 insgesamt 12 800 Varianten berechnet werden. Das Ergebnis führte zu einer signifikanten Reduktion von Material- und Konstruktionsaufwand.

Die digitale Transformation ist omnipräsent. Haben Sie sich bereits vertieft mit dem Thema und den möglichen Folgen für die Bau- und Immobilienwirtschaft auseinandergesetzt? Falls nicht, nehmen sich die Zeit dafür. Trends der Tech-Giganten aus dem Silicon Valley, aber auch die Prognosen von McKinsey & Company sagen disruptive Veränderungen für unsere Branche voraus.

Die Hochschule Luzern (HSLU) und die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) organisierten im Juni 2019 eine «Silicon Valley Study Week». Als Teilnehmer konnte ich mir selber ein Bild machen von der Arbeit in der kalifornischen Digitalisierungsmetropole. Teilnehmer der interdisziplinären Expertengruppe waren Vertreter aus Verbänden, der Information and Communication Technology (ICT) und der Branche. Es fand eine intensive Auseinandersetzung unter Architekten, Generalunternehmern, Planern und Lieferanten über das Planen und Bauen in der Zukunft statt.

Eindrücklich waren die Besuche bei NVIDIA, dem Apple Customer Visit Center, Autodesk und Google. Der Workshop mit Herman Gyr (Enterprise Development Group) sowie eine Session mit Martin Fischer, Professor und Direktor des CIFE (Center for Integrated Facility Engineering der Stanford University) waren die absoluten Highlights und «Eye Opener».

Ein Beispiel von Martin Fischer: Die konventionelle Berechnung der Dachkonstruktion für ein Fussballstadion betrug pro Variante vier Stunden. Mit einem vernetzten Tool waren es gerade drei Sekunden pro Variante. In diesem Beispiel konnten anstelle von 39 insgesamt 12 800 Varianten berechnet werden. Das Ergebnis führte zu einer signifikanten Reduktion von Material- und Konstruktionsaufwand.

Auf den Punkt brachte es ein Statement aus Herman Gyrs Workshop, das mich besonders beeindruckte: «Wenn Sie sich in einem exponentiellen Markt befinden und sich nicht sicher sind, ob Sie der Wolf sind, dann sind Sie – leider – das Schaf.» Wir befinden uns tatsächlich in einem exponentiellen Markt und die Technologien stehen uns zur Verfügung. Wir müssen die Neugier und den Mut haben, mit diesen zu experimentieren und unser Wissen und Können erweitern.

Die technologischen Entwicklungen und mit welcher Geschwindigkeit diese voranschreiten, haben mich tief beeindruckt. Der Austausch in dieser interdisziplinären Gruppe zeigt mir, dass wir vermehrt den Gewerke übergreifenden Austausch fördern und pflegen müssen. Es liegt an uns, die Zusammenarbeit im integrierten Gebäude-Engineering zu stärken und so für die Auftraggeber erfolgreiche und vor allem nachhaltige Projekte zu realisieren. Lassen Sie uns den Schweizer Planertag als innovative Wissens- und Networkingplattform nutzen, um gemeinsam über zukunftsträchtige Ideen unserer Branche zu sprechen. Ich freue mich darauf, Sie an unserem Stand zum Austausch zu treffen.

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