Digitalisierung im Finanzbereich von Swisscom – Aktuelle Herausforderungen


Rolf Stettler

Rolf Stettler, Head of Group Controlling & Riskmanagement, Swisscom AG im Interview im Vorfeld des CFO-Forum

Welche Bedeutung hat für Sie die Digitalisierung des Finanzbereiches? 

Die Digitalisierung im Finanzbereich findet eigentlich bereits seit Jahrzehnten statt. Mit der Einführung von Buchungsmaschinen wurden die ersten Schritte auf dem langen Weg der Digitalisierung gemacht. Die jüngsten technologischen Entwicklungen, wie sehr hohe Rechenleistungen, beinahe unbegrenzte Speichermöglichkeiten, Zugriff auf Daten von jedem beliebigen Ort aus sowie lernfähige Software, welche grosse Datenmengen selbständig verarbeiten kann, ermöglichen neue Anwendungsfelder im Finanzbereich.

Die Digitalisierung ermöglicht es uns schneller, umfassender sowie effizienter an Informationen zu gelangen. Weiter kann durch die Kombination von verschiedenen Datenquellen neue Erkenntnisse gewonnen werden und dadurch bessere Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden. Das erlaubt uns insgesamt die finanzielle Führung weiterzuentwickeln.

Vor welchen Aufgaben und Herausforderungen stehen Sie aktuell?

Die Telekommunikationsbranche steht in vielen Ländern unter Ertragsdruck. Wir suchen laufend nach Effizienzen in allen Prozessen und Systemen. Wir treiben dies konsequent und vorausschauend voran. Bei den Kundenprozessen geht es insbesondere darum, ein Anliegen schnell und kompliziert zu lösen. Die Prozesse werden aus Kundensicht betrachtet, weiterentwickelt und optimiert. Bei Finanzprozessen steht die Transparenz, die Automatisierung und die Gewinnung von neuen Erkenntnissen im Vordergrund. Dies führt dazu, dass Informationen effizienter aufbereitet werden können, schneller zur Verfügung stehen und umfassender sind.

Was bedeutet die dringende Notwendigkeit zur Digitalisierung konkret in der Umsetzung im Finanzalltag und für die zukünftigen Unternehmensstrategien?

Die Telekommunikationsbranche ist seit vielen Jahren durch die Digitalisierung geprägt und treibt diese auch selber aktiv voran. Unsere Netze und Services ermöglichen unseren Kunden die Chancen aus der Digitalisierung zu nutzen. Die Digitalisierung ermöglicht die Interaktionen mit unseren Kunden noch bedürfnisgerechter zu gestalten. Es entstehen neue Services und Möglichkeiten, welche das Arbeiten und Leben erleichtern. So kann heute beispielsweise zu jedem beliebigen Zeitpunkt überall sicher und schnell auf Daten zugegriffen werden. Im Finanzbereich verfolgen wir eine Vision von Zero-Touch Abschluss, Reporting und Planung. Heute ist es noch eine Vision und wir haben uns erst gerade auf die Reise gemacht. Es ist aber wichtig ein Ziel zu haben, das gibt den Mitarbeitenden Orientierung für die Entwicklung von einzelnen Schritten und Massnahmen.

Warum sollten sich Finanzexperten bewusst Zeit zum externen und internen Netzwerken nehmen, auch wenn viel zu tun ist?

Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Branchen oder auch unternehmensintern mit anderen Fachbereichen ist für mich immer inspirierend und spannend. Es ist eine gute Gelegenheit Fragestellungen besser zu verstehen und gemeinsam mögliche Lösungsansätze zu diskutieren. Ich staune immer wieder wie gross und breit der Erfahrungsschatz und das Wissen ist und wie schnell Lösungsansätze diskutiert und entwickelt werden können, wenn gemeinsam Fragestellungen erörtert werden.

Was sind Ihre 3 abschließenden Handlungsempfehlungen für die Kollegen, den/die CFO, wenn es rund um das Thema „Digitalisierung im Finanzbereich“ geht.

Digitalisierung ist ein stetiger Prozess, welchen man Schritt für Schritt angehen sollte. Es empfiehlt sich gleichwohl eine klare Vision zu haben. Die Vision ist gibt allen Beteiligten Orientierung. Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Digitalisierungsweg finden. Gleichwohl sind der Austausch und die Erfahrungen von anderen Unternehmungen wertvoll und inspirierend.

Vielen Dank für das Interview.