Digitale Supply Chain und Smart Factory: Von der Massenproduktion zur Losgröße eins


Johannes Papst ist Industry Solution Manager bei SAP. Seine Aufgabe ist es, bestehende und zukünftige SAP Lösungen mit den Anforderungen von Industrieunternehmen abzugleichen.

Schaut man aus Supply Chain- und Fertigungsperspektive auf das Thema Digitalisierung, so ist es wichtig, ein klares Bild zu bekommen, wie die neuen Technologien zu echtem monetären Nutzen beitragen können. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn bereits gut laufende Geschäftsprozesse mit digitalen Technologien weiter verbessert werden.

Das Grundprinzip ist die nahtlose horizontale Integration aller Geschäftsprozessen von der Forschung und Entwicklung bis hin zum Kundenservice.

Bei SAP nennen wir dieses Prinzip „Idea to Performance“.

Aber natürlich geht es um wesentlich mehr als nur um die weitere Automatisierung des Kerngeschäfts. Es geht darum, die Geschäftsprozesse direkt mit der realen Welt zu integrieren. Das bedeutet, dass jeder einzelne Arbeits- oder Prozessschritt mit seinen wirtschaftlichen Auswirkungen verknüpft wird. Kerntechnologien hierfür sind:

  • das Internet der Dinge (Internet of Things / IoT),
  • die Einführung von rollenspezifischen Apps statt komplexer IT Anwendungen,
  • embedded Technology, die cyberphysikalische Systeme ermöglicht und
  • das Konzept der Smart Factory.

Mit dieser Perspektive kann man die verschiedenen Möglichkeiten strukturieren und weitere Rationalisierungspotentiale erschließen. Der nächste Schritt ist es dann, konkrete Schritte unternehmensweit umzusetzen. Hier sehen wir, dass viele unserer Kunden Digitalisierungsprogramme oder spezifische Initiativen aufsetzen, um mit den neuen Technologien greifbare wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Eine dieser Initiativen nennt sich „Digital Supply Chain und Smart Factory“ und berücksichtigt, dass die Herstellung individualisierter intelligenter Produkte wesentlich flexiblere Lieferketten und Herstellungsprozesse erfordert.

Um weiterhin ein wertvoller Partner des Kunden zu sein, muss ein Unternehmen individuelle Lösungen anstelle von Standardprodukten anbieten. Durchgängige Transparenz entlang der Wertschöpfungskette ist erforderlich, um schnell optimale Entscheidungen für ein weiteres profitables Wachstum zu treffen.

Ein Beispiel ist ein weltweit führender Hersteller von Ventilatoren, Gebläsen und Antrieben. Um den Forderungen nach einwandfreier Qualität, vollständiger Dokumentation und termingerechter Lieferung noch besser zu entsprechen, hat dieser eine Industrie 4.0-Strategie implementiert. Dieses Konzept hat das Geschäft grundlegend verändert:

Die Einführung von globalen Standards für den Fabrikbetrieb haben zu konsistenter Qualität, optimierten Prozessen und schnelleren Reaktionen auf Kundenänderungen und Supply Chain-Problemen geführt.

Die  Einführung einer digitalen Supply-Chain und die Umsetzung von Smart-Factory-Konzepten hat die betriebliche Effizienz weiter erhöht und ist zu einem zusätzlichen Wettbewerbsvorteil geworden.

Aus unserer Sicht wird diese Art der digitalen Transformation dadurch erreicht, dass alle am Geschäftsprozess Beteiligten organisatorisch eingebunden werden und dass alle relevanten Informationen entlang der Wertschöpfungskette  für die notwendigen Entscheidungen zur Verfügung stehen.

Dadurch, dass

  • Kundenbedarf und Produktionsmengen direkt verzahnt sind,
  • Maschinen und Anlagen optimal genutzt werden,
  • Individuelle Kundenbestellungen im Webshop ohne manuelle Zwischenschritte direkt in die Fertigung übergeben werden und
  • Supply-Chain-Partner tiefer integriert sind und die Prozesse mit Lieferanten und Subunternehmern verbessert werden,

haben Industrieunternehmen die volle Transparenz, um weiter erfolgreich zu sein.

SAP bietet einen Rahmenplan zur Digitalisierung der gesamten industriellen Wertschöpfungskette, der als Richtlinie für die strategischen Initiativen eines Industrieunternehmens verwendet werden kann.

Wir würden uns sehr gerne mit Ihnen austauschen, um zu erfahren, wie Sie die Themen „Digitale Supply Chain“ und „Smart Factory“ angehen und dabei unseren Rahmenplan mit einbringen.

Zum Autor:

Johannes Papst ist Industry Solution Manager bei SAP. Seine Aufgabe ist es, bestehende und zukünftige SAP Lösungen mit den Anforderungen von Industrieunternehmen abzugleichen.

Er hat über 25 Jahre Erfahrung mit Software für Geschäftsprozesse in Firmen aller Größen. Sein Schwerpunkt ist die diskreten Fertigung.