Don’t you want me baby? – Die Auswirkungen digitalen Zerfalls älterer Industriegeräte


Digitaler Zerfall

Die 80er: Das Zeitalter der Jeans-Kombos, Floppy Disks und Klassiker wie „Don’t You Want Me“ von The Human League. Damals war die Vorstellung, die Platten- und Videosammlung in einer „Cloud“ zu speichern, nicht nur unvorstellbar, sondern, wenn man ehrlich ist, gerade zu lächerlich. Heute schreitet die Datenspeicherung für Verbraucher- und Industrietechnologie rasend schnell voran. Doch was bedeutet das für ältere Industriegeräte?
Im Folgenden geht Jonathan Wilkins, Marketingleiter des industriellen Automationslieferanten EU Automation, der Frage nach, wie sich digitaler Zerfall auf die Industrie auswirkt.


Der Zerfall digitaler Medien

Digitaler Zerfall beschreibt den allmählichen Zerfall von Speichermedien oder allem, was irgendwie in computerisierter Form gespeichert ist. Ebenso wie der Rücken und die Seiten eines oft gelesenen Buches älter werden und deutliche Gebrauchsspuren aufweisen, werden auch digitale Medien im Laufe der Zeit anfällig für Abstürze und Verfall. Die Einstellung, Speichermedien wegzuwerfen oder aufzurüsten, geht für Verbraucher in Ordnung, doch für industrielle Fertigungsbetriebe ist die Sache nicht ganz so einfach.

Die speicherprogrammierbare Steuerung

In einer Fertigungsumgebung können industrielle Daten von grundlegenden Zahlen zum Energieverbrauch bis hin zu komplexen betrieblichen Befehlen und Verfahren für die Automation der Fertigungsanlage reichen. Bei solchen fortschrittlicheren industriellen Anwendungen kann die Speicherung von Daten für den Anlagebetrieb entscheidend sein. Folgendes Beispiel: Eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) ist ein industrielles Steuerungssystem, das die Aktivitäten einer Fertigungsanlage ständig überwacht. Während sie Dinge wie Zentraleinheit, Speicher und Software mit einem herkömmlichen PC gemein hat, wurde die SPS speziell für den Einsatz in industriellen Umgebungen entwickelt.

15 Jahre und älter

Eine SPS scannt und analysiert alle Maschinen, die an sie angeschlossen sind, und ist somit in der Lage, auf der Grundlage dieser Daten anlagenrelevante Entscheidungen zu treffen. Wie der Name bereits verrät, ist eine SPS voll programmierbar und hat daher individuelle Einstellungen abgespeichert. Bei einer SPS ist der Speicher direkt mit dem Maß an Input-/Output-Aktivität verbunden, mit der das Gerät programmiert ist. Je mehr industrielle Anwendungen es also in einer Fertigungsanlage gibt, desto schneller ist die Speicherkapazität ausgeschöpft. Wenn man bedenkt, dass moderne SPS im Allgemeinen älter als 15 Jahre werden, überrascht es nicht, dass es schnell zu digitalem Zerfall kommen kann.

Ersetzen oder aufrüsten?

Digitaler Zerfall ist unvermeidbar. Daher muss sich der Hersteller entscheiden, ob er das existierende Gerät ersetzt oder aufrüstet. Eine Aufrüstung scheint dabei die offensichtliche Lösung zu sein, doch eine kostspielige neue SPS ist nicht unbedingt auch besser als die alte. Die Auswahl einer SPS sollte allem voran auf die Fertigungsanlage abgestimmt sein. Zu den grundlegenden Überlegungen sollten die nötige Input-/Output-Kapazität und die dafür erforderliche Speichergröße gehören.

Autor:
Jonathan Wilkins, Marketingleiter des industriellen Automationslieferanten EU Automation

Dieser Artikel wurde freundlicherweise von Swissmechanic zur Verfügung gestellt. Swissmechanic ist Kooperationspartner des Schweizer Strategietags Industrie 4.0 und der führende Arbeitgeberverband der KMU in der MEM-Branche (Maschinen-, Elektro- und Metall-Branche). Die 1‘400 angeschlossenen Unternehmen beschäftigen rund 65‘000 Mitarbeitende und 6‘000 Lernende und generieren ein jährliches Umsatzvolumen von rund 15 Milliarden Schweizer Franken. Die Exportquote liegt durchschnittlich bei 60% (direkt und indirekt). Der Verband ist in 15 regionale Organisationen ge-gliedert und verfügt über ein nationales Dienstleistungszentrum (Swissmechanic Schweiz in Weinfelden TG). Die Industrievereinigung GIM-CH aus der Romandie ist als Partnerorganisation angeschlossen.

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