Wasserversorgung im Wandel – Interview mit Mark Stauber [EDI]


Mark Stauber, EDI

Mark Stauber, Msc ETH Food Sc, ist Leiter des Fachbereichs Lebensmittelhygiene beim Eidgenössischen Departement des Innern EDI (Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV). Im Interview spricht er über die SIA 385 Normen und darüber, was sich für die Warmwasserversorgung ändert wird. Diesen Einblick vertieft er als Referent beim Warmwasser Forum im Rahmen des Schweizer Planertags 2018 in seiner Keynote „Lebensmittelrechtliche Anforderungen an Wasser bezüglich Legionellen“.

Warum ist das Thema Warmwasserversorgung so wichtig für den Planer geworden?

Den Planern muss bewusst sein, dass Wasserhygiene nebst den Sparprogrammen in Gebäuden, ein sehr wichtiger Aspekt ist. Grundsätzlich muss die Bildung von Biofilmen in Wasserleitungen bei Temperaturen zwischen 25 und 55 °C vermieden werden. Wenn die Planung nicht optimal gestaltet wird, können Warmwasserleitungen sehr günstige Bedingungen für Vermehrungen von Legionellen bieten.

Das Gebäude und der Nutzer im Wandel – Welche Anforderungen entstehen bei der richtigen Planung hygienischer und effizienter Warmwasserversorgung?

Der Einfluss der Planung, des Betriebes und der Renovation sind in Empfehlungen des Bundes ausführlich beschrieben (siehe Modul 12 im Bericht Legionellen/Legionellose). Diese Empfehlungen werden aktuell überarbeitet und wurden bereits den Experten zur Stellungnahme vorgelegt.

Wie helfen die SIA Normen 385/1 und 385/2 dabei, den Warmwasserbereich endlich präzise und gemäss dem Stand der Technik zu behandeln?

Die anerkannten Normen dienen als Referenzen für die Betriebe, die Wasserleitungen einrichten oder renovieren. Diese Normen werden hauptsächlich durch Fachexperten erarbeitet und bieten pragmatische Lösungen an.

Wie können die klaren Anforderungen an die Energieeffizienz und Ausstosszeit mit den SIA Normen in die Praxis umgesetzt werden?

Lösungen für die Umsetzung müssen durch die Verbände oder Experten ausgearbeitet werden. Die SIA Normen müssen Anforderungen beschreiben, die durch Sanitärinstallateure optimal in Einrichtungen umgesetzt werden können.

Wie kann durch eine enge Zusammenarbeit von Architekt und Sanitärplaner erreicht werden, dass ungünstige Raumdispositionen rasch erkannt und angepasst werden?

Potentielle Fehler und Risiken sollten möglichst früh in der Planung erkannt werden, um unnötige Kosten oder sogar Renovationsarbeiten zu vermeiden. Daher müssen sich beide Parteien ihrer Verantwortung bezüglich Wasserhygiene bewusst sein. Weiterbildungen und Informationen sind unerlässlich. Hierzu verweisen wir nochmals auf die Empfehlungen des Bundes bezüglich Legionellose.

Erleben Sie Mark Stauber live als Referent des Warmwasserforums beim 13. Schweizer Planertag am 5. März 2018 in Brugg.

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