Digitalisierung für das Banking von morgen


Thomas Knöpfler

Kerngedanke der Digitalisierung ist die Steigerung von Kundenzufriedenheit und Effizienz.
Dafür nehmen digitale Anwendungen Einfluss auf fast alle Unternehmensbereiche.
Die Chancen auf Erfolg sind gut.

Was versprechen sich Finanzinstitute von der Digitalisierung? Sie soll in erster Linie die Anpassung von Geschäftsmodellen beschleunigen und damit eine nachhaltige Kundenzufriedenheit erzielen. Damit ergeben sich Auswirkungen auf fast alle Unternehmensbereiche, z.B. das Design und die Vermarktung neuer Finanzprodukte, die Einhaltung von Regulatorien, schnellerer Kundenservice, Prozessautomatisierung.

Welche Rolle spielen Entscheidungen in der Digitalisierung?

Es gibt eine Reihe von Fragen, die im operativen Geschäft täglich auftreten. Die Beantwortung dieser Fragen, sprich die Entscheidungen, erfolgen bei Unternehmen teilweise automatisiert, oft auch noch manuell. Finanzunternehmen erkennen aber zunehmend, dass in der Automatisierung operativer Entscheidungen große Chancen liegen, mit denen die Ziele Kundenzufriedenheit und Steigerung der Profitabilität erreicht werden können.

Fakt ist, dass in Finanzunternehmen täglich Millionen an Entscheidungen anfallen: im Wertpapierhandel, in der Einhaltung von Compliance-Richtlinien, in der Kreditvergabe, im Onboarding, bei der Erkennung von Cybercrime, etc. Entscheidungen sind also Antworten auf Fragen wie:

  • Darf ein Finanzprodukt an einen Kunden verkauft werden, damit MiFID II und FIDLEG-Vorgaben einhalten werden?
  • Wie lassen sich Insiderhandel und Marktmissbrauch rechtzeitig erkennen?
  • Welcher Kunde oder welche Finanztransaktion ist ein Risiko für das Unternehmen?
  • Wie läuft ein Kreditentscheidungsprozess ab? Bekommt ein Kunde den beantragten Kredit? Wenn ja, zu welchen Konditionen und wie hoch ist sein Kreditausfall-Risiko?
  • Wie werden Berater und Kunde durch den Kontoeröffnungsprozess geführt?
  • Bei welchen Web-Anfragen handelt es sich um Betrug?

Entscheidungen werden aufgrund bestimmter Modelle getroffen, die jedes Finanzinstitut für sich definieren muss. Mit einer systematischen Modellierung erreichen sie Konsistenz, beherrschen die Komplexität und können auf Änderungen des Marktes schnell reagieren.

Wie kommt ein Finanzinstitut zur Automatisierung von Entscheidungen?

Ein konkreter Lösungsweg für die Digitalisierung von Entscheidungen ist Decision Management Technologie, die zentral eingesetzt wird. Regeln und Entscheidungen werden dabei aus IT-Anwendungen wie dem Kernbankensystem oder dem Customer Relationship Management System herausgelöst und zentral verwaltet. Dann kann jeder Fachbereich seine spezifischen Regeln, z.B. für Compliance, Produktmanagement oder Onboarding selbst definieren und hat jederzeit Transparenz über die Entscheidungsfindung. Weiterer Vorteil: Jede Entscheidung ist lückenlos dokumentiert und zeigt auf, wer zu welchem Zeitpunkt die Regeln für eine Entscheidung definiert hat und auf welcher Datenbasis die Entscheidung gefällt wurde.

Fazit: Die Automatisierung von Entscheidungen ist ein kluger Schachzug bei Digitalisierungsprojekten. Zum einen ermöglicht sie die gewünschte Differenzierung des Angebots im Vergleich zu Mitanbietern und schafft nachvollziehbare Transparenz und Flexibilität in allen operativen Bereichen

Thomas KnöpflerThomas Knöpfler
Mitgründer, Geschäftsführer und Chief Sales Officer der
ACTICO GmbH, Immenstaad am Bodensee, Deutschland

https://www.linkedin.com/in/thomas-kn%C3%B6pfler-9b738b12a/